Seniorinnen und Senioren gehören ins Parteiprogramm

Alle wollen alt werden aber niemand will alt sein! Selbstbestimmtes Leben in einer eigenen Wohnung ist der Wunsch der meisten Senior*innen. Die Bedürfnissen von Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter unterscheiden sich extrem von dem, was in den vorangegangenen Lebensphasen notwendig oder erstrebenswert war.

Die Lebensqualität, die eine Gemeinde ihren Bewohnerinnen und Bewohnern bietet, wird fast ausschließlich durch die Kommunalpolitik festgeschrieben. Bisher wurden in den kommunalpolitischen Parteiprogrammen Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter oftmals nicht als eigenständige Gruppe betrachtet. In einer alternden Gesellschaft stellen Menschen 60+ allerdings die meisten Wähler. Genau aus diesem Grund fordern Seniorinnen und Senioren, dass sie in JEDEM Wahlprogramm JEDER politischen Partei als eigenständige Gruppe mit eigenständigen Bedürfnissen wahrgenommen werden wollen.

Für eine an den unterschiedlichen Lebensphasen orientierte Betrachtungsweise der einzelnen Altersgruppen ist nicht das kalendarischen Alter eines Menschen maßgeblich, wohl aber sein geriatrisches Erscheinungsbild, das Auskunft darüber gibt, wie weit der Alterungsprozess bereits fortgeschritten ist. Mit steigendem biologischen Alter bilden sich viel stärker als in jungen Jahren völlig andere Bedürfnisse und darüber hinaus ein sich ständig ändernder Betreuungsbedarf aus. Menschen über 65 Jahre als einheitliche Gruppe zu sehen, wird dem stetig fortschreitenden Alterungsprozess daher nicht gerecht. Die dritte und vierte Lebensphase ist zudem durch den vorherrschenden Jugendlichkeitskult ausgesprochen negativ konnotiert ist. Ältere Menschen brauchen eine eigenständige, differenzierte Betrachtung, die dem biologischen Alter folgend in mindestens vier Unterkapitel eingeteilt sein muss.

Die vier wichtigsten Altersgruppen des fortschreitenden Lebensalters sind mit der deutschen Sprache nur sehr schwer diskriminierungsfrei zu benennen. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass die notwendige altersadaptierte Benennung einfach unter den Tisch gekehrt werden kann. Eine altersgerechte differenzierte Ansprache könnte für ältere Menschen wie folgt aussehen:

  • Die jungen Alten (circa 60+) werden soziologisch als GoGo‘ s bezeichnet,
  • Die mittleren Alten (circa 70+ ) werden soziologisch als SlowGo‘ s bezeichnet
  • Die Hochalten (circa 80+) werden soziologisch als NoGo‘ s bezeichnet.  
  • Die Hochbetagten und Pflegebedürftigen können in der Regel zusammen betrachtet werden.


Eine differenzierte Ausarbeitung des kommunalpolitischen Handlungsbedarfs für diese vier dem biologischen Alterungsfortschritt angepassten Gruppen halte ich in einem Programm, das die kommunalpolitischen Handlungsoptionen für die nächsten vier Jahre festschreibt, für unverzichtbar! Fach-Expertise dazu ist in den einschlägigen Veröffentlichungen ausreichend vorhanden.

Autor: Elisabeth Thesing-Bleck

Elisabeth Thesing-Bleck brachte berufspolitisch in der Apothekerkammer Nordrhein eine neue zukunftsweisende Weiterbildungsmöglichkeit für Apothekerinnen und Apotheker auf den Weg, die „Geriatrische Pharmazie“. Sie nahm sie selbst am ersten Weiterbildungszyklus in Deutschland teil und wurde so zur „Geriatrischen Pharmazeutin“. Danach gründete die Fachapothekerin ihr Unternehmen ConceptionApo. Als freiberuflich tätige Referentin hat sie sich auf Fortbildungen mit geriatrischem Schwerpunkt spezialisiert. Die Seniorenexpertin schult vorzugsweise Pharmazeutisches Apothekenpersonal.

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