Hitzewelle 2026 – Wichtige Tipps zu Hitze und Hitzeschutz

Deutschland erlebt derzeit eine außergewöhnlich frühe und anhaltende Hitzewelle. Meteorologen rechnen mit hohen Temperaturen über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen. Besonders für ältere Menschen, chronisch Erkrankte, Säuglinge und Kleinkinder kann starke Hitze zu einer ernsthaften gesundheitlichen Belastung werden. Erfahren Sie, wie Sie Ihren Körper schützen, welche Rolle Medikamente bei Hitze spielen und warum Hitzeschutzinseln ein wichtiger Anlaufpunkt ist.




Sommeranfang und Hitzewelle – Warum die kommenden Wochen besonders belastend werden können
Die Temperaturen steigen, die Sonne zeigt sich von ihrer stärksten Seite und Wetterexperten erwarten eine länger andauernde Hitzeperiode. Für viele Menschen bedeutet Sommer Lebensfreude und Zeit im Freien. Gleichzeitig stellt große Hitze jedoch eine erhebliche Belastung für den Organismus dar.

In wenigen Tagen steht zudem ein besonderer astronomischer Termin bevor, die Sommersonnenwende.

Zur Sonnenwende im Juni erreicht die Sonne ihren nördlichsten Stand. An keinem anderen Tag des Jahres wird die Nordhalbkugel länger von der Sonne beschienen. Damit erleben wir den längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres.Wie groß die Unterschiede im Jahresverlauf sind, zeigt ein Blick auf Berlin: Dort dauert der längste Tag rund 16 Stunden und 50 Minuten, während der kürzeste Tag im Winter lediglich 7 Stunden und 39 Minuten lang ist. Das entspricht einem Unterschied von mehr als neun Stunden.(1)

Mit der langen Sonnenscheindauer steigt auch die Belastung durch hohe Temperaturen. Gleichzeitig nehmen durch den Klimawandel Hitzetage und tropische Nächte in Deutschland deutlich zu. Besonders in Städten können sich Gebäude und Straßen stark aufheizen und die nächtliche Abkühlung erschweren.

Siebenschläfertag – 
Was die bekannte Bauernregel über den Sommer verrät
Am 27. Juni steht der sogenannte Siebenschläfertag (2) an. Er gehört zu den bekanntesten Bauernregeln und besagt: „Wie das Wetter sich am Siebenschläfer verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.“ Auch wenn die Regel nicht wortwörtlich zutrifft, so besitzt sie doch einen meteorologisch richtigen Kern. In dieser Zeit stabilisiert sich häufig die großräumige Wetterlage über Mitteleuropa. Besonders die Lage und Ausrichtung des Jetstreams kann darüber entscheiden, ob uns ein eher warmer und trockener oder ein wechselhafter Sommer bevorsteht. Deshalb gilt der Zeitraum um den Siebenschläfertag bis heute als wichtiger Hinweis für die weitere Sommerentwicklung.

Die aktuelle Wetterlage lässt bereits jetzt vermuten, dass uns ein ausgesprochen heißer Sommer bevorstehen könnte. Deshalb ist es ratsam, wichtige Risikofaktoren (3) für hitzebedingte Gesundheitsschäden zu kennen:

  • langanhaltende, hohe Temperaturen 
  • hohe relative Luftfeuchtigkeit
  • unzureichendes Trinkwasser
  • fehlende Akklimatisation
  • Arbeiten im Freien
  • körperlich anstrengende Arbeit
  • schwere, isolierende persönliche Arbeits-Schutzausrüstungen

Wie hohe Temperaturen den Körper belasten
Unser Körper hält seine Temperatur normalerweise konstant bei etwa 37 Grad Celsius. Bei hohen Außentemperaturen muss er verstärkt Wärme abgeben. Das geschieht vor allem durch Schwitzen. Geht durch starkes Schwitzen zu viel Flüssigkeit verloren oder kann der Körper sich nicht ausreichend abkühlen, drohen Beschwerden.

Beispiele

  • Kreislaufprobleme
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Konzentrationsstörungen
  • Muskelkrämpfe
  • im schlimmsten Fall der Hitzekollaps

Wer ist besonders zu beobachten?
Unsere besondere Aufmerksamkeit sollte sich an Hitzetagen ganz besonders auf folgende Personengruppen richten:

  • Menschen über 65 Jahre
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Schwangere
  • Behinderte Menschen
  • Pflegebedürftige Personen
  • Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Menschen mit Diabetes
  • Menschen mit Atemwegserkrankungen

Für diese Menschen können bereits wenige sehr heiße Tage gesundheitliche Probleme verursachen.

So schützen Sie sich im Alltag

5 wichtige Tipps bei Hitze

Das Umweltbundesamt (4) empfiehlt eine Reihe einfacher, aber sehr wirksamer Maßnahmen zum Schutz vor Sommerhitze.

 

      1. Ausreichend trinken ist der wichtigste Schutz bei Hitze!
        Trinken Sie regelmäßig über den Tag verteilt. Warten Sie nicht erst auf Durst. Geeignet sind Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Fruchtsäfte. Wer viel schwitzt, sollte besonders auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.
      2. Körperliche Anstrengung in die kühlen Tageszeiten verlegen
        Sportliche Aktivitäten, Gartenarbeit oder größere Einkäufe sollten möglichst in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden stattfinden. Die heißeste Tageszeit zwischen etwa 11 und 18 Uhr sollte nach Möglichkeit gemieden werden.
      3. Wohnung kühl halten trotz Sommerhitze
        Lüften Sie nachts und in den frühen Morgenstunden. Tagsüber sollten Fenster geschlossen und Räume durch Rollläden, Jalousien oder Vorhänge verschattet werden. Außenliegender Sonnenschutz ist besonders wirksam und kann die Raumtemperatur deutlich reduzieren.
      4. Sonnenschutz und leichte Kleidung
        Helle, luftige Kleidung unterstützt die natürliche Kühlung des Körpers. Eine Kopfbedeckung und ein wirksamer Sonnenschutz helfen zusätzlich, gesundheitliche Belastungen durch intensive Sonneneinstrahlung zu vermeiden.
      5. Auf ältere Menschen und Nachbarn achten
        Hitze ist nicht nur ein persönliches Gesundheitsrisiko, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung. Regelmäßige Besuche oder Anrufe bei älteren Angehörigen, Nachbarn oder alleinlebenden Menschen können helfen, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

 

Medikamente bei Hitze
Ein häufig unterschätztes Thema ist der Einfluss hoher Temperaturen auf Arzneimittel und deren Wirkung. Kompetente Ansprechmöglichkeiten finden Patientinnen und Patienten in ihrer Apotheke. Der Zugang zur elektronischen Patientenakte als qualifizierte Beratungsunterlage kann wichtige Hinweise auf Arzneimittelrisiken bei Hitze liefern.



Wichtig Patientin und Patienten ist zudem ein ordnungsgemäßer Umgang mit Medikamenten an heißen Tagen:

  • Arzneimittel immer gemäß Packungsbeilage lagern.
  • Medikamente nicht längere Zeit im Auto liegen lassen.
  • Bei kühlpflichtigen Arzneimitteln die Kühlkette lückenlos einhalten.

Wenn Sie ärztliche Hilfe benötigen
Suchen Sie umgehend medizinische Hilfe auf oder rufen Sie den Notruf 112, wenn zum Beispiel folgende Symptome auftreten:

  • Bewusstseinsstörungen
  • starke Verwirrtheit
  • hohes Fieber
  • schwere Kreislaufprobleme
  • Krampfanfälle
  • Atemnot

Diese Beschwerden können auf einen medizinischen Notfall hinweisen und sollten keinesfalls unterschätzt werden.

Gut vorbereitet durch die Hitzewelle kommen
Die bevorstehende Hitzewelle zeigt, wie wichtig ein bewusster Umgang mit hohen Temperaturen geworden ist. Ausreichendes Trinken, eine angepasste Tagesplanung, der richtige Umgang mit Medikamenten und gegenseitige Aufmerksamkeit helfen dabei, gesundheitliche Risiken deutlich zu reduzieren.

 

 

 

Quellen:

(1) https://www.umweltbundesamt.de/themen/tipps-gegen-die-sommerhitze

(2) https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?lv3=102510&lv2=102248#:~:text=Der%20Siebenschl%C3%A4fer%20ist%20im%20meteorologischen,Juni.

(3) https://cphp-berlin.de/wp-content/uploads/2025/06/Vortrag-Magnus-Nauth-Hitzeaktionstag.pdf

(4) https://www.mdr.de/wissen/astronomie-raumfahrt/sommer-sommeranfang-sonnenwende-mitteldeutschland-astronomische-veranstaltungstipps-,sommer-sonnenwende-102.html

 

Bilder:

© Wolfgang Eckert / Pixabay

© muhammad mubasher mehboob /Pixabay

© Gerd Altmann / Pixabay

Autor: Elisabeth Thesing-Bleck

Elisabeth Thesing-Bleck brachte berufspolitisch in der Apothekerkammer Nordrhein eine neue zukunftsweisende Weiterbildungsmöglichkeit für Apothekerinnen und Apotheker auf den Weg, die „Geriatrische Pharmazie“. Sie nahm sie selbst am ersten Weiterbildungszyklus in Deutschland teil und wurde so zur „Geriatrischen Pharmazeutin“. Danach gründete die Fachapothekerin ihr Unternehmen ConceptionApo. Als freiberuflich tätige Referentin hat sie sich auf Fortbildungen mit geriatrischem Schwerpunkt spezialisiert. Die Seniorenexpertin schult vorzugsweise Pharmazeutisches Apothekenpersonal.

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